Künstler:in
Gertraud Boelter-Evers
(* 1913 Werdum / Posen, † 2006 Lübeck)
Titel
Ballspiel
Datierung
1977
Technik
Keramik, farbig glasiert
Beschreibung

Zweimal griff die Künstlerin Gertraut Boelter-Evers das Motiv ballspielender Kinder für ihre Wandgestaltungen in Lübecker Schulen auf: in der inzwischen geschlossenen Luisenhof-Schule und hier in der Grundschule Eichholz. In dem Keramikrelief, das sich im Eingangsbereich der Grundschul-Turnhalle befindet, reduziert sie die Darstellung auf fünf Strichfiguren, die sie vertikal übereinander auf einem Untergrund aus farbigen, rechteckigen Feldern anordnet. Alle Spieler besitzen eine individuelle, sich leicht voneinander unterscheidende Körperhaltung, der Spielball schwebt als hellbraune Kugel oben mittig über ihnen. Braune, eingetiefte Konturlinien teilen die Arbeit in zwölf gleich große hochrechteckige Felder auf, umreißen aber auch die Gestalten der Spieler und der Farbfelder des Hintergrundes. Bei der farblichen Gestaltung des Motivs setzt die Künstlerin blaue und violette Töne gegen erdige Beige- und Braunschattierungen. Die leicht strukturierte Keramikoberfläche und die etwas unregelmäßige Glasur geben dem Werk einen natürlichen, erdverbundenen Charakter. Obwohl die Komposition sehr abstrakt und statisch angelegt ist, fängt sie doch das Spielerische und Unbeschwerte der Situation ein.

Biografie

Die Familie der 1913 in Posen geborenen Gertraud Boelter wurde nach dem Ersten Weltkrieg von dort vertrieben und siedelte sich in Wanne-Eikel im Ruhrgebiet an. Nach dem Abitur 1933 bewarb sich Boelter mit Erfolg um einen Studienplatz bei den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Sie studierte Gebrauchsgrafik bei Ernst Böhm und O.H.W. Hadank, nebenbei war sie als Werkstudentin tätig. Nach dem Studium arbeitete Boelter für das Berliner Warenhaus Wertheim und für einen Verlag, zudem lieferte sie Zeichnungen für die Presse. Mitte der 1940er Jahre zog sie nach Lübeck um, wo sie ihren späteren Ehemann, den Grafiker Werner Evers, kennenlernte. Die beiden begannen in einem gemeinsamen Atelier freischaffend zu arbeiten, 1946 gehörten sie zu den Gründungsmitgliedern der Gemeinschaft Lübecker Maler und Bildhauer. Neben ihrer vielfältigen Tätigkeit als Gebrauchsgrafikerin unterrichtete Boelter-Evers an einem Gymnasium und einer Berufsschule und gab Zeichenkurse an der Volkshochschule. Ihre Arbeiten wurden in mehreren Gruppenausstellungen gezeigt, rund 20 Werke entstanden als „Kunst am Bau“ in Lübeck und anderen norddeutschen Städten.

Stifter
„Kunst am Bau“ durch das Hochbauamt Lübeck
Kategorie
Kunst am Bau
Standort
Bohlkamp 25, Grundschule Eichholz, Sporthalle
Literatur
Künstler in Lübeck 1946-1986: Dokumentation der Gemeinschaft Lübecker Maler und Bildhauer (Veröffentlichung des Senats der Hansestadt Lübeck, Amt für Kultur, Reihe A), Lübeck 1986.

Kurt Mai, Bauen in Lübeck. Städtische Hochbauten und Kunst am Bau 1949-1969, Lübeck 1999.

Bilder