Künstler:in
Titel
Gedenktafel für Heinrich Mann
Datierung
2011
Technik
Bronze
Beschreibung

An der Fassade des heutigen Commerzbank-Gebäudes in der Breiten Straße verweist eine schlichte Bronzetafel auf den Schriftsteller und Publizisten Heinrich Mann, dessen Geburtshaus sich bis 1925 an dieser Stelle befand. Die Tafel zeigt ein Bildnisrelief Manns und trägt die Inschrift „Hier stand das Geburtshaus / des Schriftstellers / HEINRICH MANN / Geboren 27.03.1871 / Gestorben 11.03.1950 / Im Exil in Kalifornien“.

 

Luiz Heinrich Mann wurde 1871 als ältester Sohn des Lübecker Kaufmanns Thomas Johann Heinrich Mann und seiner brasilianisch-deutschen Ehefrau Julia da Silva-Bruhns geboren. Er war der ältere Bruder des Schriftstellers Thomas Mann, der es zu noch größerer Bekanntheit brachte. Bereits 1885 verfasste Heinrich erste Erzählungen. Bis 1889 besuchte er das Lübecker Katharineum und begann dann eine Buchhändlerlehre in Dresden. Von 1890 bis 1892 war er in Berlin beim S. Fischer Verlag tätig und besuchte in dieser Zeit auch Vorlesungen der Friedrich-Wilhelms-Universität. Krankheitsbedingt musste sich Heinrich Mann in den kommenden Jahren Sanatoriumsaufenthalten unterziehen und unternahm verschiedene Reisen. Sein 1905 erschienener Roman „Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen“, der den moralischen Verfall eines sittenstrengen Gymnasiallehrers zum Thema hat, sorgte in Lübeck für einen Skandal und wurde faktisch mit einem Verbot belegt. Durch die Verfilmung 1930 unter dem Titel „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich erlangte das Buch jedoch weltweite Bekanntheit. 1914 heiratete Heinrich Mann und ließ sich in München nieder, zwei Jahre später wurde seine einzige Tochter geboren. Politische Differenzen führten 1915 zum Bruch mit seinem Bruder Thomas, erst 1922 kam es wieder zu einer Annäherung zwischen den Geschwistern. 1918 wurde Heinrichs Roman „Der Untertan“ herausgegeben, der sich in kritischer Weise mit den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzte und zu kontroversen Kritiken führte. 1927 trennte sich Mann von seiner Frau und zog nach Berlin um. Anfang der 1930er Jahre wurde er Präsident der Sektion Dichtkunst an der Preußischen Akademie der Künste und engagierte sich zusammen mit anderen Künstlern gegen den Nationalsozialismus. 1933 führte dieses Engagement zum Ausschluss aus der Akademie und der Aberkennung seiner deutschen Staatsbürgerschaft. Im gleichen Jahr emigrierte Mann daher zunächst nach Nizza, wo er in den nächsten Jahren lebte und den zweiteiligen historischen Roman „Die Jugend des Königs Henri Quatre“ und „Die Vollendung des Königs Henri Quatre“ verfasste. Zusammen mit seiner zweiten Frau floh Mann 1940 über Spanien und Portugal in die USA. Hier traf er seinen Bruder Thomas wieder, der ihn bis zu Heinrichs Tod 1950 finanziell unterstützte. Seit 1953 vergibt die Berliner Akademie der Künste alljährlich den Heinrich-Mann-Preis zu dessen Ehren. Die Urne Manns wurde 1961 nach Berlin überführt.

Stifter
Heinrich Mann-Gesellschaft, Lübeck
Kategorie
Denkmal/Mahnmal
Standort
Breite Straße 52-54, Fassade

Bilder