Künstler
Lutz D. Braemer
(* 1941 Bad Polzin/Westpommern, lebt und arbeitet in Hamburg)
Titel
Hochzeit zu Kana
Datierung
1965
Technik
Stucktechnik mit Enkaustik
Beschreibung

Bei der Hochzeit zu Kana handelt es sich um eine Erzählung aus dem Neuen Testament, die sich ausschließlich im Johannes-Evangelium findet. Sie berichtet von dem Weinwunder, der Verwandlung von Wasser in Wein: Jesus ist mit seiner Mutter und seinen Jüngern bei einer Hochzeitsfeier zu Gast, bei der der Wein zur Neige geht. Als Maria ihren Sohn darauf hinweist, lehnt dieser zunächst schroff ab, hier zu helfen. Erst danach befiehlt er den Dienern, die Wasserkrüge, die der rituellen Waschung dienen, mit Wasser zu füllen. Als der Hausmeier, der nichts von dieser Anweisung Jesu weiß, davon kostet, stellt er fest, dass es sich bei dem Inhalt der Krüge um Wein von sehr guter Qualität handelt. Verwundert fragt er daraufhin den Bräutigam, warum dieser den guten Wein so lange zurückgehalten habe. Den Jüngern wird durch das Weinwunder zum ersten Mal die göttliche Macht Jesu in einem Zeichen bewiesen.

 

Zahlreiche Künstler haben über die Jahrhunderte dieses Thema künstlerisch umgesetzt. Die wandfüllende Reliefarbeit von Lutz D. Braemer, die auch die baulich gegebene, über dem Relief durchlaufende Lichtleiste als ausdrucksstarke Illumination mit einbezieht, zeigt die Hochzeit zu Kana in kubistisch abstrahierter Form. Im rechten Bildteil lässt sich die durch Säulen und Bodenfliesen angedeutete Festarchitektur erkennen, auf einem thronartigen Sessel sitzt wohl die mit einer Perlenkette geschmückte Braut. Im Hintergrund links können mehrere Personen entweder als Hochzeitsgäste oder als hin- und hereilende Dienerschaft gelesen werden. Im Zentrum der Darstellung befinden sich zwei Personen im Gespräch miteinander, eingerahmt werden sie von zwei großen stilisierten Wasserkrügen. Es ist nicht genau zu definieren, ob es sich um hierbei um Jesus handelt, der gerade das Füllen der Krüge anweist, oder um den Hausmeier, der nach der Entdeckung des Weins mit dem Bräutigam spricht. Für Braemer war die Hochzeit zu Kana in der SeniorInneneinrichtung die erste Arbeit, die er im öffentlichen Raum realisierte. Maßgeblich bei der Wahl dieser biblischen Erzählung war für ihn das spirituelle Thema der „Wandlung“, dem auf vielschichtige Weise auch das menschliche Leben unterworfen ist.

Biografie

1941 wurde Lutz D. Braemer in Bad Polzin in Westpommern (heute Połczyn-Zdrój, Polen) geboren. An der heutigen Muthesius Kunsthochschule in Kiel studierte er von 1959 bis 1963 Malerei. In der Zeit von 1965 bis Anfang der 1980er Jahre war Braemer vor allem mit der Realisierung von Kunstprojekten im öffentlichen Raum beschäftigt, wobei er mit unterschiedlichen Materialien und Medien arbeitete; es entstanden Mosaike, Reliefs, Skulpturen, großflächige Wandmalereien sowie Raumgestaltungen. Seit Anfang der 1980er Jahre konzentriert sich der Künstler dagegen auf die Medien Malerei und Grafik. Seine Werke, in denen sich abstrakte und figurative Elemente zu rätselhaften Sequenzen verweben, sind in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie zahlreichen Sammlungen präsent. Lutz D. Braemer lebt und arbeitet in Hamburg.

Stifter
"Kunst am Bau" durch das Hochbauamt Lübeck
Kategorie
Relief
Standort
Literatur
Kurt Mai, Bauen in Lübeck. Städtische Hochbauten und Kunst am Bau 1949-1969, Lübeck 1999.

Bilder

Lutz D. Braemer, Hochzeit zu Kana (Foto: Jörg Schwarze) Lutz D. Braemer, Hochzeit zu Kana (Foto: Jörg Schwarze) Lutz D. Braemer, Hochzeit zu Kana (Foto: Jörg Schwarze) Lutz D. Braemer, Hochzeit zu Kana (Foto: Jörg Schwarze)